Peinliche Obstposse

Ha, das Saarland als Vorreiter – das darf man leider nicht so oft erleben, aber hier stimmt es einmal: Während in allen anderen 15 Bundesländern man sich noch gegen kostenloses Schulobst für Kinder wehrt, haben die Saarländer längst Nägel mit Köpfen gemacht und verteilen das Obst an ihren Nachwuchs.

Das wäre eigentlich schon alleine peinlich genug, doch noch peinlicher für die Restrepublik wird es, wenn man weiß, dass der Hintergrund der “Kostenloses Schulobst für alle”-Maßnahme das Angebot der Europäischen Union ist, dass sie die Hälfte der Kosten übernimmt! So könnten die deutschen Bundesländer insgesamt 20 Millionen aus Brüssel bekommen und müssten selbst nur noch lächerliche 18 Millionen drauflegen. Schon hätten alle Schulkinder in Deutschland ein paar kostenlose und gesunde Vitamine.

Kann man an einer einzelnen Maßnahme leichter erkennen, wie es um die Bildung in Deutschland steht? Die einen Bundesländer argumentieren, dass das Programm zu bürokratisch wäre, die anderen behaupten, dass sie kein Geld hätten. Hessen zum Beispiel will nicht mitmachen. Jenes Land, in dem der Finanzminister persönlich eigene Steuerfahnder ausgebootet hat, weil sie zu aktiv waren beim Eintreiben von Steuern bei den oberen 10.000 des Landes.

Ganze drei andere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden sich laut AFP ebenfalls nicht am Schulobst-Programm der EU beteiligen, aber nicht, weil sie es für zu teuer oder zu bürokratisch erachten, sondern weil sie eigene Programm haben.

So sieht sie also aus – die Bildungsrepublik Deutschland! Für Hotels senken wir den Mehrwertsteuersatz und schmeißen so das Geld zum Fenster raus, aber für die eigenen Kinder reicht es nicht einmal für einen kostenlosen Apfel!

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