Wenn das Piercing zwickt

Du liebst auch diesen kleinen, schnuckligen Metallschmuck für deinen Körper, der zum Beispiel so verlockend den Bauchnabel ziert? Und du hast gerade erst losgelegt und kennst noch so manch andere Stelle, die du schmücken möchtest? Na dann solltest du wissen, dass das jetzt dank der Großen Koalition richtig teuer werden kann. Denn die älteren Damen und Herren von CDU, CSU und SPD haben heute beschlossen, dass man bei Komplikationen nicht nur selbst bei den Kosten beteiligt wird, sondern man verpflichtet sogar die Ärzte, dies zu melden.

Die Opposition hat das heute “Petz-Paragraf” genannt und es wirklich schon bizarr, dass für sowas sogar die ärztliche Schweigepflicht aufgehoben wird. Das kannte ich bisher nur von schlimmen Krankheiten wie Pest oder Cholera, die gemeldet werden mussten. Nun also auch missglückte Piercings.

Und warum muss man nur bei Piercings mögliche Folgebehandlungen selbst bezahlen? Warum eigentlich nicht auch bei Ski- oder Snowboardunfällen. Warum nicht bei Motorradunfällen? Alles selbstverantwortete Handlungen, bei denen jeder weiss, dass das Gesundheitsrisiko wesentlich höher ist als zu hause Briefmarken zu sammeln.

Irgendwie klingt das ganze nach reiner Willkür und als sei bei dieser Koalition mal wieder die Balance aus dem Takt geraten. Vielleicht hatte man aber auch überlegt, wo man noch ein paar Euros aus dem Gesundheitssystem rauspressen kann und da fielen den älteren Damen und Herren der Regierungskoalitionen die Piercings ein. Finden sie wahrscheinlich eh abstoßend, das man seinen Körper mit Metall verziert, von jungen Menschen werden sie eh nicht gewählt, also war die Idee der Eigenbeteiligung geboren.

Bleibt jetzt nur abzuwarten, ob Beckstein und Huber nicht zufällig noch rausfinden, dass gerade CSU-Wählerinnen und Wähler auf Piercings stehen. Dann wird dieses neue Gesetz – zumindest für Bayern – bestimmt doch nochmal umgeändert. Denn den beiden lustigen Kerlen aus Bayern ist ein paar Monate vor der Landtagswahl das eigene Hemd einfach näher als alles andere, wie das Beispiel Nichtrauchergesetz ja vor wenigen Tagen  bereits zeigte.

1 Comment to “Wenn das Piercing zwickt”

  1. Tom-the-Brain
    14 March, 2008

    “Und warum muss man nur bei Piercings mögliche Folgebehandlungen selbst bezahlen? Warum eigentlich nicht auch bei Ski- oder Snowboardunfällen. Warum nicht bei Motorradunfällen? Alles selbstverantwortete Handlungen..” – Gähn – es geht nicht um “selbstverantwortete Handlungen” als vielmehr um “Risiken”. Guck einfach mal auf Statistiken wieviele “Vorkomnisse” es bei den teilweise ungelernten Stechern gab. Es geht ja nicht um die Leute die das Piercing mögen – das eig. Problem sind die Studios!

    Gruß Tom

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